„Löt’s doch la sy wie’s isch !“
Unter welchen Voraussetzungen ist unsere Stadt bereit Neues zu prüfen, später anzunehmen und umzusetzen? Sind es die sesselklebenden Politikerinnen und Politiker – oder ist es die auf Verharrung ausgerichtete Gesellschaft, welche die scheinbare Annahme von Neuem blockiert?
Fehlt es nicht an Vertrauen und glaubwürdigen Figuren? Ist es nicht Zeit für neue, frische Köpfe in Thun … oder wollen wir es nicht doch belassen wie es ist?
„In Thun gelingen sowieso nie die grossen Würfe“ … „in anderen Städten funktionieren solche Vorhaben immer - nur in Thun nicht“ … „das Projekt ist schon „gestorben“, bevor es überhaupt an die Urne kommt“ … Zitate direkt von der Strasse, welche die mitdenkende Gesellschaft mit einem negativen Unterton prägt. Diese Aussagen basieren auf den gemachten Erfahrung (z.B. Stadion / Lachen / Parkhaus / Verkehr / Energie, …) und widerspiegelt die Enttäuschung unserer Gesellschaft.
Ist es wirklich eine enttäuschte Gesellschaft? Ist die Ablehnung dieser grossen Würfe auch wirklich negativ? So sich die Einen über die fehlende Veränderung beklagen, freuen sich die Anderen, welche sich eher nach der Beständigkeit und dem Vertrauten ausrichten. „Löt’s doch la sy wie’s isch“ … „es isch scho guet eso wie’s isch“ … so die Antwort dieser Menschen zu Projekten, die das Bestehende in Frage stellen wollen.
Die Bereitschaft, Neues anzunehmen ist erst dann möglich, wenn die Perspektive – wohin das Neue führt - klar offengelegt und dargestellt wird. Sind wir bereit, Mal für Mal, uns eine Katze im Sack vorhalten zu lassen?
Bei solchen Vorgehensweisen wird die interessierte Gesellschaft an der Nase herumgeführt – der Vertrauensbruch ist die logische Folge davon.
Die Thuner Zukunft liegt in der Klarheit, der Wahrheit, der Offenheit und im Vertrauen. Das Stimmvolk ist mündig um offengelegte Absichten zu erkennen und zu verstehen. Verdeckte Absichten will das Stimmvolk nicht.
Wer - des Amtes müde ist – wer nichts tut/bewegt und damit allen gefallen will - oder wer sich nur durch Berater führen lässt - oder wer den Bodenkontakt zur Bevölkerung verloren hat – der hat keine Daseinsberechtigung mehr – das heisst; vom Amt abtreten wie dies tagtäglich in der Privatwirtschaft bei ausbleibendem Erfolg belohnt wird.
Es geht darum, eine glasklare Vorstellung davon zu haben, wie unsere Stadt die anstehenden Aufgaben in der Zukunft lösen will und wie die Stadt nach innen wie nach aussen positioniert wird. Es bedingt die Bereitschaft diese Absicht offenzulegen und umzusetzen. Mit allen – auch unerfreulichen Konsequenzen … oder wollen wir es doch nicht der Einfachheit halber belassen wie es ist?
In heutig wirtschaftlich positiven Zeiten erarbeitet Thun ein negatives Budget – wie sehen diese Zahlen in wirtschaftlich schlechten Zeiten aus? Ganz hinten in der Sackgasse sind wir angelangt, kurz vor dem „finanziellen Bankrott“, ohne klare Vorstellung wo wir Morgen hinwollen.
Es ist Zeit für eine neue Ära in Thun, für klare, fassbare, realistische Ziele, für Figuren mit Zivilcourage und damit ist definitiv auch die Zeit für Neuwahlen in Thun angebrochen.
Hoppla! Diese Aussagen sind hart – aber Klartext eben – „oder weit dir’s la sy wie’ s isch?
Matthias Zellweger