Ein Tor für Thun
Ein Tor für Thun. An was denken Sie? Denken Sie an das längst fällige Fussballtor? An verschlossene Tore in der Politik? Denken Sie an den Tor (Narr) in unserer Stadt?
Tore kann man schiessen und auch erhalten - Tore sind oft an den Schaltstellen unseres Gesellschaftswerkes tätig – sie verschliessen durch ihre törichte Haltung einer positiven Entwicklung zu oft Tür und Tor.
Aus Erfahrung wissen wir; Tore können im richtigen Sports-Moment befreiend sein, in anderen Momenten stellen Tore Eintrittsmomente dar, und im dritten Fall sind die Tore gesellschaftliche Störfaktore.
Bei „einem Tor für Thun“ denke ich an die Stadttore, die wir einmal unser eigen nennen durften: Das Lauitor, das Kyburgtor, das Berntor, etc, … Stadttore, welche unliebsame Personen ferngehalten, den Zugang kontrolliert aber auch fremde Personen willkommen geheissen haben.
Die politischen Tore der vergangenen Zeit haben die aus heutiger Sicht törichte Entscheidung getroffen, diese speziellen Bauten zu entfernen. Aus heutiger Sicht – ein städtebauliches Eigentor. Schade, heute würden diese Tore unser Stadtbild positiv ergänzen.
Nun sie sind weg, aber wo sind die Stadttore von heute? Wo sind die wahrnehmbaren Engnisse, welche spürbar machen, dass an dieser Stelle die Stadt beginnt? Auf keiner der heutigen Einfallsachsen sind solche „Tore“ oder Eintrittbereiche auszumachen.
Die physisch wahrnehmbaren Stadt-Tore sind verschwunden. Die Kommunikation; „Hier ist Thun“ wurde auf die bekannten blauen Schilder mit der stereotypen Dorfaufschrift, untermalt von einer mittelprächtig bestückten Geranienkiste aus Eternit auf das Unwürdigste reduziert. … dass auf der Autobahn Bern Thun dann noch; „Thun - Stadt der Alpen“ steht, ist ja noch der Gipfel der ganzen Torheit.
Mit der Bahn oder auf der Strasse bewegen sich täglich tausende Personen durch und nach Thun. Wir haben es verpasst, das Thema und die Wirkung eines Stadttores im positiven Sinne zu unserem Nutzen zu machen.
Es wäre so einfach, unsere Heimkehrer und Gäste beim Stadteingang würdig zu begrüssen und positiv auf unsere wirklich attraktive Stadt und Umgebung einzustimmen.
Bei unseren Stadteintritten vermisse ich ganz einfach eine grosse Schrift- und Bildtafel, begrüssend und erfrischend dargestellt. Es wäre doch ein anderes nach Hause kommen, wenn bei der Autobahnausfahrt oder der Stadteinfahrt ein prachtvolles Bild mit der Aufschrift; „Herzlich willkommen in Thun“ begrüssen würde.
Ein Tor am Stadteingang, sehenswert und darauf hinweisend, dass sich dahinter eine liebens- wie lebenswerte Stadt befindet.
z.B. Entlang der Bahn im Gwatt und im Lerchenfeld, am Bahnhof Thun, bei Autobahnausfahrten, auf den Einfallsachsen entlang dem See, in Allmendingen, Goldiwil und von Steffisburg: Benvenuti a Thun … soyez les bienvenues à Thun … a hearty welcome to Thun … in cordial bainvegni a Thun … herzlich willkommen in Thun … das wäre doch was?
Gerade wenn die Zeiten nicht so rosig sind, wenn keine Tore gelingen wollen, ist es wichtig, dass nicht nur ans Tore schiessen gedacht wird, sondern ans Tore bauen. Tore sind wie Brücken; Sie verbinden die Gesellschaft oder öffnen für neue Kontakte und damit für Chancen.
Aufruf! Ein Tor für Thun!
Künstler, Touristiker, Satiriker, Marketinger, Werber, Drucker, Hoteliers, Politiker, Politiker? Ne, die lassen wir für einmal weg … Grafiker, Menschen mit Ideen, Thunerinnen und Thuner … packen wir doch diese Chance und realisieren die Stadttore der neuen Zeit! Wer hilft mit?
Ein herzliches Lächeln hat noch nie geschadet.
Matthias Zellweger