Ein ernst gemeinter Scherz

Am 1. April 2008 prangte auf der Thuner Weststrasse ein Plakat "City of black & white swans".

 

Nichts Spezielles hiess bisher Heimkehrer und Gäste an Thuner Einfallsachsen willkommen. Das hat der Thuner Architekt und FDP-Stadtrat Matthias Zellweger in seiner Kolumne vom 29. März angeprangert und in der Nacht zum 1. April streichartig geändert. Seit gestern prangt an der Fussgängerbrücke über der Weststrasse im Neufeld ein 12 Meter langes Transparent. Die weisse Aufschrift «City of Black & White Swans» – Stadt der schwarzen und weissen Schwäne – auf schwarzem Grund sticht ins Auge. In den vier Landessprachen und in Englisch werden die Einfahrenden in den Farben Grün, Gelb, Blau und Rot willkommen geheissen.

 

Ein reiner Zufall

«Wir haben uns nicht abgesprochen und nichts voneinander gewusst», beteuert Zellweger und spricht damit eine Zufälligkeit am 1. April an: Auch das Thuner Tagblatt hatte sich in seinem 1.April-Scherz von gestern der Schwarzen Schwäne angenommen. Ein BLS-Schiff solle als Schwarzschwan dekoriert auf dem Thunersee verkehren – analog dem früheren Drachenboot (siehe Bericht rechts).

Zellweger geht es trotz Scherz «echt» darum, die Einfallsachsen einladend und auffallend zu markieren. Darüber geredet hätten die Innenstadt Genossenschaft IGT, das Stadtmarketing und auch die Politik schon oft, nur passiert sei nichts. «Ich habe jetzt halt unkonventionell gehandelt und das Scherz-Datum genutzt», sagt der Initiant lakonisch, aber mit funkelnden Augen. Sofern das durch eine gut gelaunte Gehilfenschaft sorgfältig, aber ohne Bewilligung montierte Transparent nicht mutwillig oder aus rechtlichen Gründen vorher demontiert wird, soll es «mindestens bis zur Jungfernfahrt des Schwarzschwan-Schiffes» hängen bleiben. Thun brauche «Stadttore der neuen Zeit». Dafür sind kreative, ideenreiche Vorschläge gesucht und erwünscht. Mit der 1. April- Aktion sei «die erste Stadt-Tor-Beschriftung» erfolgt.